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12.01.2013 / Test: Dell XPS 12 / kh

NOTEBOOK – TABLET – NOTEBOOK

Wer sich heute einen neuen mobilen Rechner anschafft, ist zwischen Tablets und Notebooks hin- und hergerissen. Wer bereit ist, ein bisschen tiefer in die Tasche zu greifen, muss sich nicht mehr zwischen den zwei Gerätekategorien entscheiden.
 

Erstere begeistern durch Leichtigkeit und simple Bedienung mittels Fingerspitze. Für tippintensives Arbeiten disqualifizieren sie sich aber wegen fehlender Tastatur. Notebooks andererseits sind schwere, behäbige Wesen, die einen nach dem Aufklappen zu bis zu einer Minute Geduld zwingen, bevor man seine E-Mails abrufen kann. Ferner fehlt Notebooks mit Tastatur und Trackpad irgendwie der Spassfaktor.

 

 

Mit dem XPS 12 hat Dell einen digitalen Zwitter oder, marketingmässig korrekt ausgedrückt, ein „Convertible“ geschaffen. Das Gerät verwandelt sich von einem Notebook in ein Tablet, indem man den Bildschirm in seinem Rahmen um 180 Grad rotiert und dann das Notebook mit nach oben gerichtetem Display zuklappt. Das funktioniert, dafür sei Dell gelobt, innert eines Atemzugs. Die Mechanik macht dabei einen stabilen und dauerhaften Eindruck.

 

Full HD auf 12 Zoll Diagonale

Das XPS 12 beeindruckt nicht nur durch seinen rotierenden Bildschirm, sondern auch mit dessen Auflösung von 1920 x 1080 Bildpunkten. Das entspricht der Full-HD-Norm. Cineasten können also ihre Lieblingswerke verlustfrei, aber kleinformatig abspielen. Für die Arbeit unter Windows 8 hat die höhere Auflösung aber zur Folge, dass Schriften und Dialogboxen entsprechend klein skaliert werden. Man sieht zwar im Browser komplette Webseiten, muss aber über gute Augen verfügen, um den zwar scharfen, aber winzigen Text zu entziffern.

 

Gefreut hat uns bei der Filmwiedergabe der klare Ton aus den zwei Laut­sprechern, gestört die eher dunkle Grundeinstellung des Displays. Weil die Video-App von Windows 8 keine Helligkeitsregelung zulässt, spielten wir die Filme letztlich unter dem von Windows 7 bewährten Windows Media Player, inklusive integrierter Helligkeits- und Kontrastregelung, ab. Den grösseren Energiehunger des älteren Programmes nahmen wir dabei in Kauf.

 

Im Tablet-Modus und bei reiner Fingerspitzenbedienung macht das XPS 12 vor allem mit den neuen touchoptimierten Metro-Apps Spass (mehr dazu ab S. 52). Microsoft liefert für die wichtigsten Funktionen passende Apps mit, Tausende lassen sich aus dem App-Store nachladen. Startet man übliche Windows-7-Programme, bewegt die Fingerspitze den Mauszeiger, und der Spassfaktor bewegt sich gegen null.

 

Notebook mit Touch

Ein Bildschirmdreh verwandelt das XPS in ein Notebook mit Mauspad und Tastatur. Doch auch in diesem Modus schätzen wir das Touchdisplay. Verlinkungen im Browser lassen sich mit der Fingerspitze blitzschnell antippen. Und auch nervende „Ja/Nein/OK“-Dialogboxen entschwinden mit einem Fingertippen vom Bildschirm. Ein Nachteil der Touch-Bedienung zeigt sich allerdings bei ausgeschaltetem Rechner. Der Bildschirm sieht dann unappetitlich „berührt“ aus.

 

Die Tastatur des XPS 12 lässt sicheres, entspanntes Schreiben zu. Das grosse Trackpad verlangt eine ruhige Hand, wenn man den Mauszeiger über 2 Mil­lionen Pixel hetzt. Genervt hat, dass Windows 8 schnelle seitliche Wisch­bewegungen auf dem Touchpad zum Anlass nahm, zwischen einzelnen Metro-Apps umzuschalten.

 

Die Startzeiten des XPS 12 betragen meist nur wenige Sekunden, Windows 8 und Solid State Disk (SSD) machen es möglich. Unser Testgerät war mit einem flinken Prozessor (Intel i7-3517U), grosszügigem Arbeitsspeicher (8 GB) und einer üppigen Festplattenkapazität von 256 GB ausgestattet. Sowohl als Tablet als auch als Notebook lässt sich das XPS 12 dadurch jederzeit flüssig, ruckelfrei und meist geräuschlos bedienen. Die Akku-­Ausdauer betrug in unserem Testbetrieb je nach Anwendung 5,5 bis 6,5 Stunden und bewegt sich im guten Mittelfeld dieser Rechnerklasse. Das Gewicht von 1,5 Kilogramm ist zwar für ein Notebook ein guter Wert, „normale“ Tablets wiegen aber nur die Hälfte. In der Praxis hält man deshalb das XPS eher selten wie eine Zeitschrift in den Händen, sondern sucht schnell eine Ablagefläche.

 

Mit Anschlüssen geizt das XPS 12: Nur zwei USB-3.0-Buchsen, eine Mini-Display-Port-Buchse und eine Kopfhörerdose sind vorhanden. Ein Netzwerk­anschluss fehlt, hier muss man sich drahtlos mit dem schnellen 802.11n begnügen. Vermisst haben wir einen Speicherkartenleser, der vor allem im Umgang mit Fotos praktisch wäre.

 

Fazit: Das XPS 12 ist eine gelungene Mischung aus Tablet und Netbook. Selbst wer den Tablet-Modus selten nutzt, profitiert im Tastaturbetrieb vom Touchdisplay unter Windows 8. Der Preis der von uns getesteten Konfiguration ist mit 1700 Franken (inkl. Windows 8 Pro) angemessen.

 

 

Weitere Infos im Web:

http://www.dell.ch
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