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28.04.2012 / Test: PLC-Adapter und Verbrauchsmesser von Mystrom.ch / kh

INTERNETSTROMSPARDOSE

PLC-Adapter verwandeln vorhandene Stromsteckdosen in Anschlüsse für Internet- und Heimnetz. Die Modelle von Mystrom.ch dienen zusätzlich als ferngesteuerte Stromanschlüsse mit Verbrauchsmesser.
 

 

 

Vernetzung über Stromkabel ist einfach einzurichten, funksmogfrei und störsicher. Denn bei PLC (Power Line Communication) werden Daten über bestehende Stromkabel als eine Art Rauschen transportiert und erreichen so jede Steckdose im ganzen Haus. PLC-Vernetzung benötigt mindestens zwei Adapter. Sie werden einfach in bestehende Dosen gestöpselt und erweitern diese dann mit einer Ethernetdose für die Daten. Die Leistung des PLC-Netzwerkes ist von Länge und Alter der heimischen Stromverkabelung abhängig. In unserem Praxistest erreichten die Adapter von Mystrom Werte von 40 bis 80 Megabit pro Sekunde (Mbit/s). Dies reicht für den Transfer mehrerer Videoströme in HD-Qualität aus.

 

Schalten und messen

Die in der Schweiz entwickelten PLC-Adapter von Mystrom AG transportieren nicht nur Daten, sondern schalten und messen zusätzlich. Dazu verfügt jeder Adapter über eine normale Stromsteckdose. Dort angeschlossene Geräte lassen sich via Internetbrowser oder mit einer App für iPhones steuern – auch nach einem Zeitplan.

 

 

 

 

Die PLC-Adapter messen den Stromverbrauch an ihrer Dose. Diesen rapportieren sie alle 30 Sekunden auf einen Server im Internet, von wo sie mit dem PC oder iPhone abgerufen werden können. Clever ist, dass man für jeden Adapter eine Verbrauchsschwelle definieren kann. Wird diese überschritten, erfolgt ein Alarm per E-Mail oder SMS. Schliesst man den Fernseher an einen Adapter an, merkt man aus der Ferne, wenn die Kinder heimlich glotzen, und kann die Dose ausschalten. Die Heizung im Ferienhaus kann man nur fernsteuern, wenn dieses über eine permanente Internetverbindung verfügt.

 

 

Mystrom erstellt Statistiken, mit denen sich der Energieverbrauch und die Kosten über mehrere Monate vergleichen lassen

 

 

 

Zentralismus ohne Datenschutz

Alle diese Komfortfunktionen kann man nach der Registrierung mit Adresse und Geburtsdatum einen Monat lang kostenlos testen. Danach verlangt Mystrom eine Jahresgebühr von 79 Franken für seine Dienste.

 

Alle Verbrauchsdaten und Schaltbefehle machen einen Umweg ins Internet und landen auf dem Server von Mystrom. Dadurch kann man zwar unterwegs steuern und kontrollieren, ist aber vollkommen abhängig von Mystrom. Streikt deren Server, lassen sich die Adapter nur noch per Nottaster an der Dose schalten. Es gibt keine Möglichkeit, Schaltfunktionen und Messungen vertraulich im privaten Heimnetzwerk durchzuführen.

 

Wer die Adapter nutzt, muss einwilligen, „dass Mystrom die Daten für Marketingzwecke bearbeiten darf“. Dies hinterlässt einen schalen Beigeschmack. Denn die alle 30 Sekunden übermittelten Verbrauchsdaten lassen Rückschlüsse auf privates Verhalten zu: Das Einschalten der Kaffeemaschine mit einer Verbrauchszunahme von genau 1160 Watt signalisiert, wann man aufsteht. Das Ausschalten des Fernsehers (minus 235 Watt) protokolliert das Zubettgehen.

 

Erschreckt hat die Tatsache, dass die von uns getesteten Adapter Verbrauchsdaten und Schaltbefehle unverschlüsselt ins Internet übertrugen. Laut Hersteller soll in diesen Wochen automatisch neue Software mit Datenverschlüsselung an alle angeschlossenen Adapter aufgespielt werden.

 

Mystrom liefert verschiedene Adaptertypen. Ein Starterkit aus zwei Adaptern mit PLC-Vernetzung kostet 169 Franken. Will man nur schalten und messen, kostet das Kit 129 Franken. Zusätzliche PLC-Adapter kosten 89, reine Schaltdosen je 49 Franken. Pro Installation sind vier Datendosen möglich.

 

Fazit: Mit Steckdosen, die vernetzen, schalten und messen, macht Mystrom einen Traum wahr, den sie mit Zentralismus und Privatsphärenproblemen gleich wieder zerstört. Eine Alternative bietet vielleicht bald der deutsche Hersteller AVM. Er zeigte kürzlich Prototypen ähnlicher Adapter, deren Daten das Heimnetzwerk jedoch nicht verlassen. 

 

 

 

Ergänzung vom 27.7.2012: Die Abokosten wurden laut Herstellerangabe per 1.8.2012 auf 18 Franken pro Jahr reduziert. //kh

Weitere Infos im Web:

http://www.mystrom.ch
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