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27.03.2012 / / Martin Freund

RUNDE SACHE

Eine Dockingstation? Davon gibts doch schon genug, denkt man. Wenn aber ein renommierter Hifi-Hersteller wie NAD ein solches Gerät auf den Markt bringt, dann lohnt es sich hinzuhören. Dank Digitalverstärker und optimierter Akustik zeigt der Viso 1 ein überraschendes Klangvolumen.

 

 

Voluminös und bauchig präsentiert sich der Viso 1 aus der Nähe betrachtet. Seine vergleichsweise üppigen Abmessungen kommen nicht von ungefähr. Integriert ist ein komplettes Soundsystem inklusive Subwoofer, welcher für schier unglaublichen Druck und Tiefgang im Bass sorgt. Der schwarze Korpus wirkt trotz Plastik-Finish nicht billig. Dafür sorgt die sauber verarbeitete Stoffabdeckung zusammen mit dem umlaufenden „Zierring“ aus Metall, der dem Viso 1 nicht nur einen aparten Design-Touch verleiht, sondern auch Tasten für die Lautstärkesteuerung und Quellenwahl anbietet. Ausserdem flanscht hier das Dock für iPhone und iPod an. Im Lieferumfang findet sich eine winzige Design-Fernbedienung, mit der man seinen Apple-Musikplayer in den wichtigsten Funktionen steuern kann.

 

Dock oder drahtlos

In die Andock-Vorrichtung lassen sich die passenden Apple-Geräte problemlos einstecken. Ihr Ton wird digital direkt abgegriffen, was bei dem fortschrittlichen digitalen Verstärker-Layout des Viso den Vorteil hat, dass die Signalverarbeitung komplett auf der digitalen Ebene verläuft und nicht DA- und wieder AD-gewandelt werden muss. Der Viso 1 kooperiert auch mit anderen Musikspielern oder Handys, sofern diese für die drahtlose Musikübertragung via Bluetooth ausgelegt sind. Natürlich bleibt das Musiksignal bei der Standard-Bluetooth-Übertragung nicht so puristisch-unangetastet wie beim direkten digitalen Andocken, da eine verlustbehaftete Codierung mitspielt. Hier darf man auf den neuen Bluetooth-Apt-X-Standard gespannt sein, für den der Viso 1 vorbereitet ist. Er kann Musikdaten praktisch verlustfrei übertragen und eignet sich sogar für das verlustfreie FLAC-Tonformat. Bereits gibt es eine ganze Reihe von Geräten, die Bluetooth Apt-X unterstützen, und diverse Smartphone- und Tablet-Hersteller haben solche Modelle angekündigt. Auch Apples Mac-Computer beherrschen Bluetooth Apt-X.

 

Schmankerl für Hifi-Enthusiasten: Über einen optischen Eingang kann man am Viso 1 einen CD-Spieler digital direkt anschliessen. Ebenso lässt sich ein Computer via digitalen Soundkarten-Ausgang oder ein Notebook mit S/PDIF-Schnittstelle als Highend-Zuspieler sogar für WAV-Files mit 24 Bit/96 kHz nutzen. Nicht zuletzt kann der Viso 1 auch TV-Ton wiedergeben – vorausgesetzt, der Fernseher verfügt über einen digital-optischen Tonausgang und man nutzt Digitalempfang. Ebenfalls für den Anschluss an einen Fernseher ist ein Videoausgang vorgesehen, der wahlweise Komponenten- oder Composite-Videosignale überträgt. So kann man nicht nur Videos, sondern auch Fotos in ansprechender Qualität ab einem iPhone ins Wohnzimmer „projizieren“.

 

Dank ausgklügelter Reflex­abstimmung generiert der Viso 1 satte, tiefreichende und druckvolle Bässe.

 

 

EINFACHE BEDIENUNG

Die Eingangsumschaltung ist beim Viso 1 elegant gelöst. Einerseits geschieht sie automatisch mit hierarchischer Ordnung: Wenn kein iPod angedockt ist, kommt eine etwaige Bluetooth-Quelle zum Zuge. Fehlt beides, so schaltet der Viso 1 automatisch auf eine optisch angeschlossene Digitalquelle. Alternativ kann man den gewünschten Eingang über die „S“-Taste am Gerät oder auf der Fernbedienung manuell bestimmen. Letztere fiel handlich und ausreichend übersichtlich aus. Allerdings erweist sich der in schwarzem Hochglanz gehaltene Befehlsgeber als recht empfindlich gegenüber Fingerabdrücken und Kratzern, sodass er seinen im Neuzustand wertigen Eindruck bald einmal verlieren dürfte. Man kann damit die wichtigsten Laufwerkfunktionen von iPod/iPhone sowie die Lautstärke samt Stummschaltung steuern.

 

Beeindruckender Klang

Wir probierten den Viso 1 über alle drei Wiedergabewege aus. Die Bluetooth-Verbindung klappte auch mit einem Billig-Smartphone auf Anhieb. Die darauf mit relativ niedrigen Datenraten gespeicherten MP3-Dateien kamen mit befriedigender Klangqualität bei etwas einge­schränk­ter Transparenz und Feinzeichnung. Absolut ausreichend für Hintergrundmusik oder um kurz mal einen Song zu hören. Für anspruchsvollen und dauerhaften Musikgenuss aber doch zu wenig. Hier lohnt es sich, auf Geräte mit Bluetooth Apt-X zu warten, die über den Viso 1 eine wesentlich bessere Wireless-Musikwiedergabe realisieren dürften.

 

Deutlich besser klang die Wiedergabe ab einem angedockten iPod, bei der jegliches Musikmaterial viel klarer und vitaler in Szene gesetzt wurde. Dabei machte der Viso 1 die klanglichen Differenzen zwischen unterschiedlichen Datenraten deutlich hörbar: Je höher, desto besser. Wobei dank der direkten digitalen Signalverarbeitung auch schon ­Titel mit 128 kbit/s durchaus geniessbar ausfielen. Für dynamikarme Popmusik absolut ausreichend, für anspruchsvollere Musik dürfen es gerne 192 oder 320 kbit/s sein. Der Viso 1 dankt es mit einer sehr differenzierten Spielweise, der es weder an Klangfarben noch an Dynamik mangelt. Den Equalizer sollte man dabei – insbesondere im Bass – nicht zu stark oder besser gar nicht ins Spiel bringen. Der Viso 1 generiert auch so schon ein vollwertiges Klangmenü.

 

Interessant war das Ergebnis beim digitalen Anschluss eines CD-Spielers. Obwohl man hier keinerlei Klangregler zur Verfügung hat, werden Lieblings-CDs, über den Viso gehört, zum Erlebnis. Da muss man kaum Abstriche gegenüber „echten“ Hifi-Stereo-Anlagen machen. Die Wiedergabe erklingt breitbandig mit tief reichendem und druckvollem Bass, sehr detailliert und wunderbar dreidimensional. Tatsächlich entfaltet sich das Klangbild weiträumig und losgelöst, man kann im Hörraum umherwandern, ohne dass die Räumlichkeit der Musik leidet. Am Gerät lässt sich die Abstrahlcharakteristik im Übrigen auf Nahfeld umschalten, und man gewinnt so auch bei geringem Hörabstand einen präzisen, gut fokussierten Stereo-Eindruck. Das maximal erzielbare Klangvolumen reicht zwar nicht für die Technoparty zu Hause, für den Musikgenuss in kleineren bis mittleren Räumen aber allemal.

 

 

Weitere Infos im Web:

http://www.dynavox.ch
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