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26.04.2012 / Magazin / Attila Csampai

JAZZ-KLASSIKER AUF VINYL

Jazz ist Kult, vor allem wenn es sich um die Klassiker handelt. Weil die Originale unbezahlbar sind, wächst ein (Schwarz-)Markt von Wiederveröffentlichungen heran.
 

 

Jazz ist mehr als eine Musikrichtung, Jazz ist eine Lebensform und eine Weltanschauung. Vor allem die grosse Zeit des Swing und Bebop, als der Jazz durch die Langspielplatte kreativ explodierte und die Welt eroberte, geniesst Kultstatus. Vinyl und „unplugged music“ bilden von jeher eine künstlerische Symbiose, und so muss man sich nicht wundern, dass auch die Jazz-Kids des 21.  Jahrhunderts die alten Originale allen Digitaltransfers vorziehen. Nur sind die mittlerweile sehr rar und meistens unbezahlbar geworden, sodass ein neuer Markt von Vinyl-Reissues aufgeblüht ist.

 

Das in Barcelona ansässige Label Wax Time startete jetzt eine LP-Grossoffensive und will über 200 Titel mit amerikanischen Jazz-Klas­sikern der späten fünfziger Jahre in schwerer 180-Gramm-Qualität nachpressen: Vertreten sind fast alle Ikonen der Zeit von Louis Arm­strong und Ella Fitzgerald über Chet Baker, Dave Brubeck, John Coltrane, Miles Davis, Thelonious Monk und Oscar Peterson bis Cecil Taylor, Sarah Vaughan und anderen, wobei offenbar die 50-jährige Schutzfrist die Deadline nach oben gesetzt hat, also bis 1961.

 

Etwas merkwürdig erscheint die Praxis der Spanier, in den meisten Fällen das Original­cover zu übernehmen, als Label aber das eigene Wax-Time-Logo draufzusetzen und die Originalfirma zu verschweigen. Handelt es sich also um sogenannte „freie“ Nachpressungen? Die Cover-Rückseiten enthalten sachkundige neue Texte plus Auszüge aus den „original liner notes“. Auch die akustische Qualität der neu in DMM gemasterten Edition nährt die Vermutung: Sie ist häufig sehr direkt und manchmal minimal scharf, aber durchwegs gut, wenn auch nicht so audiophil wie bei anderen eta­blierten – und teureren – Anbietern. Für den Jazz-Freak ist die Wax-Time-Edition freilich eine unerschöpfliche Schatztruhe, mit zahllosen gesuchten Raritäten, darunter etwa das erste Jazz-Album des französischen Star-Arrangeurs Michel Legrand, das er 1958 in New York in drei legendären Sessions mit allen ansässigen Jazz-Giganten produzierte: Da spielten unter anderen Miles Davis, Herbie Mann, John Coltrane und Bill Evans in einer 11-Mann-Band zusammen und glänzten in raffiniert soften Arrangements von Django oder Nuages.

 

Phänomenale Virtuosen

Auch das erste gemeinsame Album der drei „Poll Winners“ Cannonball Adderley (Altsax), Ray Brown (Bass) und Legende Wes Montgomery (Gitarre) aus dem Jahr 1960 ist jetzt mit neuem Cover in knackiger Stereoqualität wieder greifbar, und man staunt auch hier über die elektrisierende Aura und die explodierende Kreativität dieser drei damals noch jungen Protagonisten.

 

Ein Jahr zuvor, 1959, produzierte der 24-jährige kanadische Pianist Oscar Peterson für Verve-Direktor Norman Granz sein erstes Konzeptalbum mit Songs von Richard Ro­dgers: Es war der Auftakt zu weiteren, sehr erfolgreichen Songbook-Alben (die es auch von Ella Fitzgerald gibt) und die Geburtsstunde des legendären Oscar Peterson Trio – einer phänomenalen Virtuosenformation.

 

Der heute vergessene Marty Paich (1925 bis 1995) zählte zu den ganz grossen Big-Band-Arrangeuren und Musikproduzenten der Westküste. Sein ebenfalls 1959 erschienenes Album I Get a Boot out of You versammelt eine 13-köpfige Toppformation um Art Pepper (Altsax) und Mel Lewis (Schlagzeug) und vermittelt atemberaubende, perfekt gearbeitete Big-Band-Sounds. Bei Wax Time wird also selbst der Kenner noch fündig.

 

Der verwöhnte Highend-Klanggourmet findet beim Mobile Fidelity Sound Lab (MFSL) neue Nahrung: Das US-Label hat ein neue Half-Speed-Version von Frank Sinatras sinfonischem Album The Concert Sinatra auf 200-Gramm-Vinyl gepresst, und der Aufwand scheint in jeder Weise gerechtfertigt: Denn so plastisch und präsent, so hautnah und klangschön hat man die einzigartig samtene Stimme von „The Voice“ noch nie zu hören bekommen. Bei dieser seltenen Ansammlung von „semi-classical hymns“ dirigierte Nelson Riddle 1963 ein 73-köpfiges (!) Orchester im Hintergrund, und 24 RCA-Mikros übertrugen diese Hollywood-Messe auf 35-Millimeter-Filmbänder: Das ist purer Balsam für die Ohren.

 

Und wer den rhythmischen Furor, die un­­erschöpfliche Fantasie und den Humor der ­Fusion-Pioniere Weather Report auf ihrem Kult­album Heavy Weather einmal ganz ohne jegliche Einbusse, also ganz direkt und in einer himmlischen Detailfülle, erleben möchte, sollte sich Bernie Grundmans neuen Analog-Umschnitt auf zwei LPs im 45-rpm-Modus beim kalifornischen Label ORG nicht ent­gehen lassen: Auch hier hat man das Gefühl, das Album zum ersten Mal wirklich zu hören – vorher nur schlechte Kopien.

 

 

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